Zeit für Geschichten

Dieses Projekt vereint zwei Gruppen junger Menschen, von denen die erste einen Hintergrund als Flüchtlinge und sozial Benachteiligte teilt und die zweite Gruppe, die das Glück hat, dass sie nicht die Erfahrungen der ersten leben mussten.
Die erste Gruppe wird hörbar und sichtbar aufgezeichnet und erzählt Geschichten über ihr Leben, die dann von der zweiten Gruppe als „Story Clips“ – Kurzfilme, die diese Geschichten ausdrücken – dargestellt werden.
Diese „Transaktion“ ermöglicht es der ersten Gruppe, so verstanden und erkannt zu werden, dass ihre Traumatisierungen durch das Einfühlungsvermögen, das Interesse und die anerkennende Aufmerksamkeit der zweiten Gruppe in diesen Kurzfilmen gelindert werden.

In einer gemeinsamen Abschlusspräsentation zeigt das Projekt, wie junge Menschen mit sehr unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen sich gegenseitig helfen und beeinflussen können.

Teil 1

Das Künstler-Duo Anja Tchepets und Johan Robin vom ATELIER-Film-Mobil kam aus Berlin, um Geschichten zu sammeln. Fünfzehn ausländische Teilnehmer:innen aus Sprachkursen der VHS Otterndorf wurden aufgefordert, über ihr Leben oder ihre Sicht auf Deutschland zu erzählen. Im empathischen und sensiblen Dialog wurden die Erzählungen von den Künstlern aufgezeichnet.
Wie ein roter Faden zieht sich durch fünfzehn Interviews, wie gering doch die Unterschiede sein können zwischen

den eingesessenen Einheimischen und den ausländischen Zuwanderern. Auch wie glücklich wir Deutschen uns schätzen dürfen, wird hörbar, wenn die Interviewten die Vorteile eines Lebens in Deutschland aus ihrer Sicht aufzählen wie Freiheit, Demokratie, Frieden, Gleichberechtigung, Kita statt Kinderarbeit und Schulbildung für alle.

Teil 2

In einem zweiten Teil des Projekts werden diese Szenen mit verschiedenen Techniken visualisiert. In dieser Ferienaktion werden Trickfilme hergestellt. Ein ähnliches Projekt haben die Künstler bereits 2018/19 mit Kindern mit Behinderung in Stadt Sovetsk im Kaliningrader Gebiet Russlands gemacht. Eine Kindergruppe in Berlin hat deren Geschichten bebildert und einen spannenden Film entstehen lassen.

Kinder im Altern von 10 bis 14 Jahren, die gerne an dem Projekt teilnehmen möchten, können sich beim Mahlwerk  melden. In kleinen Gruppen mit 2 bis 3 Kindern erhalten die Workshop-Teilnehmer:innen einen spannenden Einblick in die Produktion von Videofilmen, während der es nicht ausbleibt, sich auch in die Rolle der Geschichtenerzähler zu versetzen.

Eine Gruppe wird unter Anleitung von Anja Tchepets für die Animation der Filme durch Malen, Zeichnen, Figuren, Kneten und Kulissenbau zuständig sein. Eine weitere Gruppe wird mit Johan Robin den technischen Teil des Films und Tons übernehmen. Zeit und Raum für kindliche Kreativität ist gegeben. Am letzten Tag (TAG 5) werden die Ergebnisse präsentiert: es werden Prozesse erklärt, Bilder an die Wand gehängt und zugeschnittene kleine Animationen-Clips, die mit Kindern in 4 Tage hergestellt wurden, gezeigt.

Maximale Teilnehmerzahl: 10 Kinder

Ablauf:

Ab Dienstag, den 18.08 geht es mit dem Workshop los. Mittwoch, den 19.08 und Donnerstag den 20.08 wird weiterhin an Clips gearbeitet.

Am Freitag, den 21.08 werden die Ergebnisse des Workshops präsentiert.

Jeweils vormittags von 10 bis 14 Uhr; am letzten Tag nachmittags,  Filmpräsentation um 17 Uhr zum Projektabschluss.

Die Künstler

Als ATELIER-Film-Mobil beschäftigen Anja Tchepets und Johan Robin intensiv damit, interdisziplinäre, kulturübergreifende Projekte für Kinder und Jugendliche zu entwickeln und durchzuführen, welche Kreativität, Potenziale und Engagement der Teilnehmer und den kulturellen Austausch fördern. Schwerpunkte der Projekte des ATELIER-Film-Mobil sind Film, bewegte Bilder/Animation, Kunst, Illustration, Druckgrafik und Malerei.
Anja Tchepets ist 1970 in Leningrad geboren. Sie hat das Leningrader Kunstgymnasium besucht. Nach ihrer Auswanderung nach Kanada hat sie ein Grafikdesignstudium in Montreal absolviert und dieses Studium 1995-2001 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee fortgesetzt. Nach Aufenthalten in New York hat sie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee 2005 das Aufbaustudium abgeschlossen. Anja Tchepets wohnt und arbeitet heute in Berlin. Johan Robin, 1968 geboren in Talence, Frankreich, ist als Filmemacher in der Kunstszene aktiv. Seit 1992 hat er an Ausstellungen, diversen Filmfestivals, Straßenaktionen und Performances teilgenommen. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Mitmachen!

Interessierte Kinder und Jugendliche, die gemeinsam einen Trickfilm drehen wollen, können sich telefonisch oder per Mail anmelden: kontakt@mahlwerk-otterndorf.de oder 04751-909 729 

Die Teilnahme ist auf Grund einer Förderung kostenlos. Auf die aktuellen Hygienemaßnahmen, wie Abstandhalten und regelmäßiges Hände waschen, wird selbstverständlich geachtet!

Das Projekt ist eine Zusammenarbeit mit der VHS im Landkreis Cuxhaven und wird gefördert durch die Aktion Mensch.